Tagesseminar „Sozialismus positiv bestimmt“

Sozialismus, das ist die Abschaffung aller Übel, die der Kapitalismus hervorbringt, heißt es. Und noch dazu ist er auch nicht die Wiedereinführung der Übel derjenigen Gesellschaftsformen, die vor dem Kapitalismus kamen. Sozialismus, das ist eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Herrschaft.

Aber was das nun alles konkret bedeutet, bleibt fast immer unklar. Es wird sich dann schon noch rechtzeitig herausstellen, wenn es soweit ist.

Wir wollen der Frage jedoch etwas genauer nachgehen und uns einen Tag lang mit ihr beschäftigen. Wir wollen gemeinsam versuchen, näher zu bestimmen, was „Sozialismus“ und „Abschaffung von Ausbeutung und Herrschaft“ eigentlich heißt. Dazu werden wir gemeinsam diskutieren und lesen, u.a. Texte von Marx, Engels, der Gruppe Internationale Kommunisten Hollands, Paul Mattick und den Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft.

Das Seminar findet am Samstag, 06. Januar 2018, von 10 – 19 Uhr in unserem Ladenlokal [kany] (Thälmannstr. 26) in Erfurt statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten. Kommt vorbei!

Tagesseminar „Sozialismus positiv bestimmt“

Gesucht: Jugendbildungsreferent*in ab 01.01.2018

Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken Landesverband Thüringen ist ein linker Kinder- und Jugendverband mit Wurzeln in der Arbeiter*innenjugendbewegung.

Zum 01.01.2018 ist eine befristete Stelle als

Jugendbildungsreferent/Jugendbildungsreferentin

mit einem Umfang von 72% bis zum 31.12.2018 zu besetzen. Eine Verlängerung wird angestrebt. Der Dienstort ist Erfurt.

Das Aufgabengebiet umfasst folgende Schwerpunkte

  • Zusammenarbeit & Zuarbeit Landesvorstand und andere Gremien des Landesverbandes,
  • Administrative Aufgaben (Büroorganisation, Verwaltung, Anträge, Abrechnungen, Buchhaltung),
  • Unterstützung lokaler Gliederungen des Landesverbandes ohne Hauptamt,
  • Unterstützung von Ehrenamtlichen bei ihren Projekten,
  • Veranstaltungsorganisation und -durchführung,
  • Weiterentwicklung verbandlicher Arbeit,
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Außenvertretung.

Dein Profil umfasst u.a.

  • ein abgeschlossenes Studium der Sozialwissenschaften, Sozialen Arbeit, Erziehungswissenschaften oder Pädagogik oder ein vergleichbarer Abschluss,
  • die Identifikation mit den Zielen und Werten unseres Verbandes,
  • Eigeninitiative und Teamfähigkeit,
  • Erfahrungen in der Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit oder andere Formen der Selbstorganisation junger Menschen,
  • die Fähigkeit eigenständig neue Möglichkeiten für den Verband zu erkennen und zu ergreifen,
  • Bereitschaft zu Abend- und Wochenendterminen.

Wir bieten

  • eine Einarbeitung durch unsere jetzige Hauptamtliche und den Landesvorstand,
  • Betreuung durch unseren ehrenamtlichen Vorstand,
  • eine Vergütung in Anlehnung an den TVL-Ost,
  • eine abwechslungsreiche und interessante Tätigkeit,
  • einen Einstieg ins Berufsleben und persönliche Weiterbildungsmöglichkeiten.

Vollständige und aussagekräftige Bewerbungsunterlagen sind bis zum 01. November 2017 zu richten an kontakt@falken-thueringen.de

Gesucht: Jugendbildungsreferent*in ab 01.01.2018

Das war… das Frauen*-Theorie-Seminar

Vom 30.06. bis 02.07.2017 veranstalten wir zum zweiten Jahr in Folge das Frauen*-Theorie-Seminar in Kooperation mit der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission und dem Bundesvorstand. Veranstaltungsort war die Jugenbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftphul bei Berlin.

Ins Leben gerufen wurde das Frauen*-Theorie-Seminar als eine Falken-Bundesmaßnahme auf der Bundesfrauenkonferenz 2015. Ziel war es, Mädchen* und Frauen* darin zu bestärken, selbstbewusst an den theoretischen Debatten inner- und außerhalb des Verbandes teilzunehmen, und dabei gleichzeitig zu reflektieren, was uns Theoriearbeit erschwert und was anders laufen muss.

Während sich das Seminar im letzten Jahr um das Verhältnis von Geschlecht und (linker) Theoriearbeit drehte, stand dieses Jahr das Tabu von Aggressionen bei Frauen* im Mittelpunkt der Veranstaltung. Der Vorbereitungskreis, bestehend aus einigen Frauen* der Falken Thüringen, hatte dazu ein Thesenpapier angefertigt, das mit allen Teilnehmerinnen des Seminars diskutiert wurde. Weiterhin wurden wieder wie im letzten Jahr Workshops zu verschiedenen (vornehmlich nicht in erster Linie feministischen) Themen gehalten. So setzten wir uns mit dem Verhältnis von Theorie & Praxis, mit Neoliberalismus, dem widerständigen Potenzial von Kunst, einer Kritik an Critical Whiteness, Linkssein und psychischem Leiden sowie einigem mehr auseinander.

Abends wurde in die hauseigene „Haifischbar“ zu einem Wettkampf geladen. Hier treten die Teams in Ninja gegeneinander an:

Das Seminar war sehr erkenntnisreich, mit spannenden Diskussionen und tollen Begegnungen. Mit einiger Wehmut trennten sich am Sonntag wieder die Wege. Doch das nächste Frauen*-Theorie-Seminar kommt bestimmt.

Das war… das Frauen*-Theorie-Seminar

Dokumentation der Gedenkstättenfahrt nach Ravensbrück im April 2017

 

Vom 10. bis 15. April fand eine Gedenkstättenfahrt der Falken Thüringen nach Ravensbrück statt. Gefördert wurde diese durch Mittel des IBB (Internationales Bildungs- und Begegnungswerk).

Acht Teilnehmende im Alter von 17 bis 26 Jahren setzten sich mehrere Tage lang mit der Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück auseinander, ein besonderer Fokus bildeten dabei die Themen „Frauen im Nationalsozialismus“, da es sich beim KZ Ravensbrück vornehmlich um ein Konzentrationslager für weibliche Häftlinge handelte und das Thema „Zwangsarbeit und Arbeit im Nationalsozialismus“. Mit dem pädagogischen Team der Gedenkstätte Ravensbrück unternahmen wir Führungen über das Gelände, außerdem fand eine angeleitete Kleingruppenarbeit statt, in welcher die Teilnehmenden eigenständig Recherchen in der Dauerausstellung betrieben und diese anschließend präsentierten. Vertiefende Workshops, die von unserer Teamenden vorbereitet und geleitet wurden (Textlektüre und Diskussion), boten die Möglichkeit, sich intensiver mit verschiedenen Aspekten nationalsozialistischer Herrschaft zu befassen. Ein Gang über das Uckermark-Gelände mit Aktivistinnen der Initiative Gedenkort Jugend-KZ Uckermark sowie die Auseinandersetzung vor Ort mit dokumentierten Schilderungen von verschiedenen Zeitzeuginnen führten zu einer intensiven Diskussion über Formen der Geschichtsaufarbeitung heute. Schließlich nutzten wir das digitale Archiv der Gedenkstätte Ravensbrück, um uns näher mit Berichten von Überlebenden auseinanderzusetzen. Eine von den Teilnehmenden vorbereitete kleine Gedenkveranstaltung bildete schließlich den Abschluss der Fahrt und bot noch einmal Raum für individuelles Gedenken.

Anbei sollen Fotos als auch Schilderungen der Teilnehmenden einzelner Programmpunkte unsere Fahrt illustrieren und dokumentieren. „Dokumentation der Gedenkstättenfahrt nach Ravensbrück im April 2017“ weiterlesen

Dokumentation der Gedenkstättenfahrt nach Ravensbrück im April 2017

Das „Kinder- und Jugendstärkungsgesetz“: § 45a und § 48b stoppen!

Noch vor der Sommerpause soll das „Kinder- und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG) beschlossen werden, der entsprechende Gesetzentwurf der Bundesregierung ist bereits auf den Weg gebracht.

Sollte das KJSG unverändert beschlossen werden, drohen uns und den anderen 21 Thüringer Jugendverbänden mit ihren insgesamt 300.654 Mitgliedern zwischen 6 und 27 Jahren (Quelle: LJFP 2017-2021) erhebliche Arbeitserschwernisse bis hin zur Gefahr des Zusammenbruchs spontaner selbstorganisierter Kinder- und Jugendarbeit!

Der Grund dafür sind zwei der Änderungen im SGB VIII: die Einführung der neuen §§ 45a und 48b. Diese halten wir u.a. in Übereinstimmung mit dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR), dem Landesjugendring Thüringen (LJRT), der Arbeitsgemeinschaft der Jugendhilfe (AGJ) und dem Landesjugendhilfeausschuss (LJHA) für schädlich und unzweckmäßig.

Unseren Brief an die Abgeordneten findet ihr hier.

Das „Kinder- und Jugendstärkungsgesetz“: § 45a und § 48b stoppen!

Falken-Bundeskonferenz in Erfurt!

Vom 25.-28. Mai findet in die Erfurt die Bundeskonferenz der SJD – Die Falken statt.

Wir haben 180 Delegierte und ca. 60 Helfende zu Gast, um vier Tage lang zu diskutieren und zu streiten, zu lachen und zu feiern, uns auszutauschen und gemeinsam Mut zu machen.

Kommt vorbei, wenn ihr uns kennenlernen wollt oder Lust habt, bei unseren Parties mitzufeiern!

Alle Infos zur Bundeskonferenz findet ihr auf unserer Seite buko.falken-thueringen.de.

Falken-Bundeskonferenz in Erfurt!

Linke Jugendverbände in Thüringen fordern Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt

Pressemitteilung

Linke Jugendverbände in Thüringen fordern Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt

Die Beethovenverbände Thüringens, der Zusammenschluss linker Jugendverbände, fordern die Thüringer Landesregierung auf, Asylsuchenden, die Opfer rechter Gewalt geworden sind, und deren Familien ein Bleiberecht zu gewähren. Damit unterstützen sie den gestrigen Vorstoß der flüchtlingspolitischen Sprecherinnen der rot-rot-grünen Landtagsfraktionen. Unter dem Dach der Beethovenverbände sind die Jugendverbände Jusos, linksjugend [‘solid], Grüne Jugend, SJD-Die Falken, Jugendwerk der AWO und Naturfreundejugend zusammengeschlossen. 

„Linke Jugendverbände in Thüringen fordern Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt“ weiterlesen

Linke Jugendverbände in Thüringen fordern Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt

Gedenkstättenfahrt für Schüler*innen

Ab 02. März 2016 wollen wir uns einmal wöchentlich treffen, um gemeinsam eine Gedenkstättenfahrt zu planen und inhaltlich vorzubereiten. Zusammen mit Schülern und Schülerinnen aus Jena und Erfurt wollen wir dann in den Osterferien 2017 (10. bis 16. April) die Gedenkstätte Ravensbrück besuchen.

Den Nationalsozialismus lehnen fast alle Menschen ab – wir auch. Gleichzeitig fällt uns immer wieder auf, dass durch eine bloße Abgrenzung noch lange nichts über den Nationalsozialismus gewusst wird. Die Auseinandersetzung in Schule und Politik bleibt oft moralisch und floskelhaft. Dem möchten wir etwas entgegensetzen. Wir wollen zusammen an einer Kritik des Nationalsozialismus arbeiten, die darauf abzielt, ihn unmöglich zu machen.

„Gedenkstättenfahrt für Schüler*innen“ weiterlesen

Gedenkstättenfahrt für Schüler*innen

Call for Papers für das neue ThuG Magazine

ThUg Magazine
Theorie & Ungeduld – ein neues Debattenorgan der SJD – Die Falken

Bundesweit haben sich einige Falken-Gliederungen zusammengetan, um eine neue Theorie-Zeitschrift, die als Debattenorgan für Aktive der Sozialistischen Jugend fungieren soll, zu gründen. Die Zeitschrift soll in unregelmäßigen Abständen (etwa einmal im Jahr) erscheinen, jedes Mal übernimmt eine andere Gliederung die Redaktion. Die erste Redaktion hat der Landesverband Thüringen übernommen.

Jedes Mal wird es einen Themenschwerpunkt geben, der in Form von Rezensionen und Artikeln bearbeitet wird. Ihr habt weitere Zusendungen, die nicht zum Themenschwerpunkt passen? Meldet Euch trotzdem bei uns!

  • Die Deadline für Beiträge für die erste Ausgabe ist: 15. Januar 2017.
  • Es gibt erstmal keine allgemeinen Angaben zu Umfang, der jeweilige Umfang eines Beitrages wird in Absprache mit der Redaktion festgelegt
  • Wenn ihr Lust habt, einen Beitrag zu verfassen, meldet Euch bei debattenorgan.sjd.die.falken@gmail.com.

Themenschwerpunkt: „Erstarken rechter Strukturen in Deutschland und Europa“

Ursachen des Erstarkens rechter Strukturen

Die Wahlerfolge der AfD in Deutschland stärken rechte Strukturen, sind aber gleichzeitig einer Veränderung des Wahlverhaltens und mutmaßlich auch der Einstellungsmuster vieler Menschen. Was ist geschehen, dass zu dieser Veränderung geführt hat? Warum wird die Gesellschaft plötzlich von vielen Menschen in dieser Art und Weise neu beurteilt? Auf welche gesellschaftlichen Veränderungen oder welche neuen Bewusstseinsstrukturen verweist diese Veränderung? Oder ist alles beim alten und gibt es bloß einen äußeren Anlass, der zu diesen Veränderungen führt? Welche Rollen spielen Gesellschaft, Alltag und psychische Konstitution der neuen Rechten und ihrer Unterstützer*innen? Was können diese Erkenntnisse für unsere polit-pädagogische Arbeit bedeuten?

Wer ist eigentlich diese Rechte Bewegung?

In Organisationen wie der AfD oder Bewegungen wie Pegida wirken Lehrer wie Björn Höcke, Adelssprößlinge mit NS-Minister-Großvätern wie Beatrixe von Storch und Unternehmerinnen wie Frauke Petry genauso wie Handwerker*innen, Rentner*innen, Arbeiter*innen. Gibt Teile der Bevölkerung, die die AfD, Pegida usw. stärker unterstützen und warum und mit welcher Absicht? Gibt es verschiedene Fraktionen und Interessensgruppen und warum bilden sie zusammen die AfD oder Pegida?

Wie lässt sich Momentan das Verhältnis rechtsradikaler Organisation zur rassistischen „Mitte“ bestimmen?

Im Laufe der letzten Monate scheint sich dieses Verhältnis verschoben zu haben.  Führen PEGIDA und AfD mit ihrem bürgerlichen Auftreten zu einer Enttabuisierung von und Entsensibilisierung für rechtsradikale Organisationen und Positionen; so wie es viele Linke behaupten.

Wie Organisieren sich rechte Strukturen heute?

Rechte Strukturen treten vielerorts selbstbewusst als „Bewegung“ auf. Deutlich wird in den meisten Regionen der BRD, dass der Organisationsgrad gestiegen ist. Inwiefern unterscheiden sich die Organisationsformen der „Rechtspopulisten“ von früheren Organisationsformen in der rechten Szene? Und welche Bedeutung haben diese Veränderung auf ihren derzeitigen Zuwachs an Teilnehmer*innen und Einfluss? Ist die Organisationsform vielleicht das „Neue“ an der momentanen rechten Bewegung?

Welche Rolle spielt Männlichkeit/ Geschlechterverhältnis?

In Bezug auf das Phänomen Rechtsextremismus sind Fragen nach geschlechtsspezifischen Aspekten erst in jüngerer Vergangenheit Gegenstand von Auseinandersetzungen geworden, dabei spielt Geschlecht offenbar durchaus eine Rolle – etwa wenn deutlich mehr Männer als Frauen in Österreich für Hofer stimmen. Artikel, die sich mit der Bedeutung von ‚Geschlecht‘ und ‚Sexualität‘ für das Erstarken rechter Strukturen befassen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage welche Konzepte von Geschlecht innerhalb der Rechten Bewegung von Bedeutung sind und welche Funktionen diese übernehmen.

Stellt sich das in Deutschland anders dar als in anderen Ländern? Wie sieht das global aus?

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern lassen sich durch den Aufstieg von Parteien wie dem Front National (FN), der UK Independence Party (UKIP), der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), der Prawo i Sprawiedliwość (PiS), oder Anexartiti Ellines (ANEL) – Aufzählung unvollständig – praktisch flächendeckend Manifestationen einer Bewegung beobachten, für die sich in der Wissenschaft sowie im journalistischen und alltäglichen Sprachgebrauch die Bezeichnung ‚rechtspopulistisch‘ etabliert hat. Lassen sich in den entsprechenden Ländern Gemeinsamkeiten finden, die eine europäische oder globale Perspektive auf diese Entwicklungen sinnvoll oder gar nötig machen, oder besteht hier die Gefahr die Einflüsse der jeweiligen spezifischen politischen Kultur bzw. der besonderen materiellen Voraussetzungen in den einzelnen Ländern zu vernachlässigen?

Was bedeutet das für uns? / Lassen sich aus den Analysen praktischen Schlüsse ziehen?

Welche Auswirkungen hat das Erstarken rechter Strukturen konkret auf die politische und pädagogische Praxis für die Falken als sozialistischer Jugendverband sowie linke Bewegungen im Allgemeinen? Sind konkrete Gegenstrategien denkbar? Wie interpretieren andere linke Gruppen oder die Antifa dieses Erstarken? Wie weit Tragen deren Lösungen?

Welche Rolle spielen die verschiedenen Aspekte des Parteiprogramms der AfD – Marktliberalismus vs. Volksgemeinschaft?

Felix Korsch und Volkmar Wölk verorten in einer gleichnamigen Publikation die AfD als nationalkonservativ und marktradikal. Wie lassen sich diese auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinenden Positionen gerade im Hinblick auf den Erfolg bei den Wählerinnen und Wählern erklären?

Verhältnis zwischen AFD und der außerparlamentarischen Bewegung?

Trotz Berührungsängsten lassen sich inhaltliche und personelle Überschneidungen zwischen der AfD als Partei und PEGIDA als außerparlamentarischer „Bewegung“ nicht verneinen. Wie aber genau gestaltet sich das Verhältnis zwischen AFD und anderen neu-rechten Organisationen, wie z.B. „den Identitären“, dem Institut für Staatspolitik und anderen rechten „Thinktanks“. Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen den Organisationen, bzw. zwischen Bewegung und Partei?

Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern?

Ost-/Westunterschiede gehören in Bezug auf das aktuelle Erstarken rechter Strukturen zu den häufig diskutierten Themen im medialen und wissenschaftlichen Bereich. Nicht nur das höhere Mobilisierungspotential von *GIDA-Bewegungen, sondern auch die höhere Zustimmung zu Dimensionen rechtsextremer Einstellung in den neuen Bundesländern, scheinen zunächst für eine Einordnung als ‚Ost-Problem‘ zu sprechen. Ist eine derartige Einschätzung sinnvoll und falls ja, was kann als Ursache für die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern in Betracht gezogen werden?

Welche Rolle spielt Antisemitismus?

Die Beobachtung von Antisemitismen bei PEGIDA bietet auf den ersten Blick einen verwirrenden Widerspruch. Wird von PEGIDA auf der einen Seite der Antisemitismusvorwurf zur Diffamierung von MuslimInnen genutzt und vor ‚muslimischem Antisemitismus‘ gewarnt, so existiert gleichzeitig eine ganze Bandbreite an offen antisemitischen Kommentaren von PEGIDA-TeilnehmerInnen im Netz und wenn es gegen Israel geht, finden sich hier auch von offizieller Seite deutlich antisemitische Stereotype wieder. In welchen Formen sind Antisemitismus oder verschwörungstheoretische Deutungsmuster im völkischen Lager verankert und geht mit dem Erstarken rechter Strukturen in Deutschland auch ein generelles Erstarken des Antisemitismus einher?

Feindbild: Muslim

Zentrales Thema von PEGIDA ist eine angeblich drohende ‚Islamisierung‘ des ‚christliches Abendlandes‘. Doch was soll mit diesen Begriffen tatsächlich zum Ausdruck gebracht und erklärt werden? Welchen Inhalt hat die Konstruktion des Feindbildes ‚Muslim‘, wie lässt es sich analytisch fassen und welche Funktion erfüllt dieses?

Die neue Rechte, die neue Linke und die soziale Frage

Während die soziale Frage früher das Aushängeschild der Linken war, scheint das Thema soziale Ungerechtigkeit heute vor allem von Rechten medial wirksam besetzt zu werden, während die Linke sich Fragen der Identitäten und ihrer Vielfalt widmet.

Wie kam es zu dieser Verschiebung und welche inhaltlichen Folgen hat sie für die Thematisierung von sozialer Not.

Parallelen 1930 und heute

Gibt es Parallelen zwischen den politischen und gesellschaftlichen Situationen in den späten 20er- / frühen 30er-Jahren und heute? Kann neben dem Erstarken, Radikalisieren und sichtbar Werden der Rechten auch ein entsprechender Trend links der Mitte beobachtet werden? Ist die Demokratie geschwächt? Gibt es heute eine Wiederkehr der „Großen Depression“? Ist das Zunehmen der rechten Selbstjustiz ein Indiz für die Wiederkehr offener Straßenkämpfe und dem teilweisen Zusammenbruch des Gewaltmonopols?

Call for Papers für das neue ThuG Magazine