Winterdinx 27. Dez – 1. Jan

Auch dieses Jahr wollen wir wieder die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr miteinander und mit anderen Falken aus dem gesamten Bundesgebiet verbringen. Wer nach Weihnachten mal Ruhe von der Familie braucht, sich etwas Besseres vorstellen kann, als sich Sylvester vor viel zu vollen Clubs stundenlang die Beine in den Bauch zu stehen und sich dazu erklären will, warum man das Unbehagen mit dieser Welt nicht loswird, ist bei uns genau richtig. Wir wollen Pause von den alltäglichen Zumutungen machen, praktisch in Selbstorganisation etwas Besseres als die Konkurrenz leben und uns theoretisch in Seminaren und Workshops darüber Gedanken machen, warum wir mit dieser Welt keinen Frieden schließen wollen.

Es soll Workshops zu Antisemitismus und Feminismus geben, zu Kampfsport und Kapitalismus und zu vielen anderen Themen.
Wenn du selbst was anbieten möchtest oder zu einem Thema schon immer mal was erfahren wolltest, dann kannst du das in deiner Anmeldung dazuschreiben. Dazu kommt das Abendprogramm mit Vorträgen, Musik und dem ein oder anderen Bier/Limonade, Ausschlafen am nächsten Morgen inklusive. Die einzige Voraussetzung ist, dass du Lust hast, dich einzubringen.

Wenn ihr Interesse habt, meldet euch einfach.

Kosten: 60€. Die Veranstaltung findet in Barsinghausen statt.

Winterdinx 27. Dez – 1. Jan

BFD Stelle bei den Falken

Bei uns wird ab dem 01. Oktober wieder eine Bundesfreiwilligendienst-Stelle für unser Landesverbands-Büro in Erfurt ausgeschrieben. Wir suchen politisch interessierte junge Leute, die Interesse an linker Bildungs- und Jugendarbeit haben.

 

Wir, das ist der Landesverband Thüringen der Sozialistischen Jugend – Die Falken. Wir sind ein linker Kinder- und Jugendverband mit Wurzeln in der Arbeiterjugendbewegung. Wir organisieren Zeltlager, Gedenkstättenfahrten, Vorträge, Seminare, Arbeitskreise und Gruppenarbeit. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung und für eine andere, bessere Welt. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es notwendig ist sich zusammen zu tun.

 

Was erwartet dich bei uns als BFDler? Einerseits hast du bei uns die Möglichkeit, dir selbst ein Projekt zu überlegen und umzusetzen. Andererseits enthältst du Einblick in folgende Bereiche: politische Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Veranstaltungs- und Projektorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Büroorganisation & Verwaltung, Finanzen und Buchhaltung, verbandliche Aktivitäten & Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich Aktiven, Einblicke in die selbstverwaltete und selbst-organisierte Jugendverbandsarbeit. Schwerpunkte deiner Arbeit können wir je nach Interesse auch absprechen.

 

Du bist grade mit Schule, Ausbildung oder Bachelor fertig und hast Interesse?
Melde dich bei uns unter kontakt@falken-thueringen.de.

BFD Stelle bei den Falken

Neuauflage der Jenaer Osterkonferenz

 

Teilnehmer*innen der Jenaer Osterkonferenz 1916

 

An den Osterfeiertagen 1916 versammelten sich in Jena 62 Mitglieder und Aktivisten der Arbeiter*innenjugend zu einer illegalen antimilitaristischen Osterkonferenz. Trotz zahlreicher sonstiger Differenzen einte sie die Ablehnung der Burgfriedenspolitik der Reichstagsfraktion der SPD und der Wunsch nach einer Friedens- und einer wirkungsvollen Oppositionspolitik. Unter Leitung Karl Liebknechts kamen hier diejenigen zusammen, die mit einem “immer weiter so” nichts anfangen konnten und sorgten damit dafür, dass diese Konferenz wegweisend war für die oppositionelle Arbeit der nächsten Jahre.

In Erinnerung an diese für die damalige Arbeiter*innenjugendbewegung so wichtige Zusammenkunft organisieren wir in Jena eine „Osterkonferenz 2016“, die das historische Ereignis beleuchten soll, um daran anknüpfend die Perspektive auf die Gegenwart zu lenken.

Mehr Informationen zur Veranstaltung findet ihr auf unserer Seite zur Osterkonferenz: jenaer-osterkonferenz.de

Wenn du Lust und Zeit hast, komm vorbei.: es gibt Vorträge zur gesellschaftlichen Situation 1916, Diskussionsrunden zum Thema Jugendopposition und Antimilitarismus, eine gemeinsame Kranzniederlegung in Erinnerung an die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Osterkonferenz 1916 und einen Vortrag mit David Salomon zum Thema „Imperialismus heute“.

Neuauflage der Jenaer Osterkonferenz

Veranstaltungsreihe zur Novemberrevolution

Veranstaltungsreihe zur Novemberrevolution der Falken Erfurt

ZUR REIHE

Im November 1918 hatten die Matrosen der in Kiel liegenden Schlachtschiffe genug vom Krieg. Statt sich auf die Schlachtbank führen zu lassen, meuterten sie. Innerhalb kurzer Zeit breitete sich in ganz Deutschland ein Aufstand der Arbeiter und Soldaten aus. Das Kaiserreich brach zusammen und die Räte der Arbeiter und Soldaten übernahmen die Macht. Doch während die einen versuchten, die Revolution auszuweiten, bemühten sich die anderen, das Erreichte, die bürgerliche Republik, zu sichern – auch gegen die Revolutionäre, die weiter und mehr wollten.
Am Ende dieser Auseinandersetzung waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und unzählige andere bekannte Revolutionäre und unbekannte Arbeiter ermordet. Die Revolution war in Blut ertränkt und die Freikorps, die Wiege des Nationalsozialismus, gestärkt. Die Spaltung der Arbeiterbewegung war unumkehrbar geworden und während die einen ihre Wunden leckten oder damit begannen, die Kommunistische Partei in ein Organisation für außenpolitische Interessen Sowjetrusslands zu verwandeln, versuchte die SPD, die Weimarer Republik Richtung Sozialismus zu entwickeln, bis die Nationalsozialisten dem Treiben beider mit Repression und Mord ein Ende machten.

04.01. • 18.30 UHR • VORTRAG UND DISKUSSION: DIE NOVEMBERREVOLUTION UND IHRE FOLGEN

Der Vortrag gibt einen einführenden Überblick über die Ereignisse der Novemberrevolution von 1918 und richtet sich damit insbesondere an Neueinsteiger*innen, die in den letzten Jahren nicht an unserer Veranstaltungsreihe teilgenommen haben.
Warum meuterten die Matrosen in Kiel und läuteten damit die Novemberrevolution ein? Wer waren die unterschiedlichen Protagonisten innerhalb der Revolution und wofür kämpften sie? Und warum wurden am Ende dieser Auseinandersetzungen Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und tausende weitere Arbeiter*innen und Sozialist*innen von der „losgelassenen Soldateska“ niedergemetzelt? Diese und viele weitere Fragen sollen an diesem Abend beantwortet werden.

Es spricht Frederik, der Mitglied der Sozialistischen Jugend in Erfurt ist und die Novemberrevolutionsreihe in den letzten Jahren mitorganisiert hat.

08.01. BIS 10.01. • WOCHENENDSEMINAR: ROSA UND KARL

KURT LÖWENSTEIN HAUS • WERFTPHUL/BERLIN

Während in Berlin die Revolution der sozialistischen Arbeiter*innen langsam zu Ende geht und alle Zeichen auf bürgerliche Republik statt Sozialismus stehen, ermorden am Abend des 15. Januar 1919 Mitglieder der Freikorps Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die Gründungsmitglieder des Spartakusbundes und der Kommunistischen Partei sind die ersten prominenten Opfer der Konterrevolution, die auch vorher und nachher unzählige Revolutionär*innen abschlachtet.
Mit ihrem politischen Kampf für den Sozialismus, die Selbstbestimmung der Arbeitenden, ihrer Kritik an Kapitalismus und der Mehrheits-Sozialdemokratie sind Liebknecht und
vor allem Luxemburg bis heute Vorbilder für Sozialist*innen und ein Blick auf ihr Wirken und ihre Schriften lohnt sich bis heute.
Auf dem Seminarwochenende unseres Bundesverbandes wollen wir und etwa 200 andere Genoss*innen uns ein Wochenende lang an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnern, indem wir uns mit ihrem theoretischen Werk und politischem Wirken auseinandersetzen und anderen Fragen nachgehen, die wir für eine Kritik des Kapitalismus für nützlich halten.

Anmeldung bis 03.01.2015 an kontakt@falken-erfurt.de

Kostenbeitrag: 25 € • gemeinsame Anreise ab Erfurt und Jena

11.01. • 18.30 UHR • DIE ROLLE UND ARBEIT DER ARBEITER- UND SOLDATENRÄTE IN DER NOVEMBERREVOLUTION

Noch heute gelten die Räte vielen als eine politische Form, in der sich eine sozialistische Gesellschaft herrschaftsfrei organisieren könnte. Sie sollen eine Alternative zu Parlament und Regierung sein und der Ausdruck der politischen Macht der bis dahin Beherrschten.
Auch in der deutschen Revolution 1918/1919 spielten die Arbeiter- und Soldatenräte eine prominente Rolle. Am Ende jedoch gaben sie ihre Macht ab. Die Weimarer Republik war keine sozialistische, sondern eine parlamentarische. Im Vortrag soll, am Beispiel der Großberliner Arbeiter- und Soldatenräte, der Frage nachgegangen werden, wer eigentlich in den Räten saß, was sie diskutierten und taten, kurz: welche Rolle sie in der Revolution spielten.

Gerhard Engel hat u.a. ein Buch über den linksradikalen Bremer Kommunisten Johann Knief geschrieben und ist Mitherausgeber eine dreibändigen Dokumentensammlung der Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte in der Revolution 1918/1919.

17.01. • 11.30 UHR • LESUNG ZUR NOVEMBERREVOLUTION

„Das war sicher erst der Beginn. Die wirklichen Kämpfe würden erst kommen! Ich wollte dabei sein. Ich mußte dabei sein, denn es ging auch um mich. Es ging um die Freiheit der Unterdrückten.“ Mit diesen Worten beschrieb der damals 17-jährige Maschinenschlosser Hans Lorbeer den Vorabend der Novemberrevolution. Vorausgegangen waren diesen Ereignissen der erste Weltkrieg und die Spaltung der Arbeiter*innenbewegung in Deutschland und vielen anderen Ländern.
In diesen Tagen wurde alles angezweifelt, die ansonsten träge Masse geriet in Bewegung, die alten Führer verloren allesamt die Kontrolle über sie und einen Moment lang schien es so, als würden die Menschen wirklich beginnen, ihre Geschichte gemeinsambewusst zu machen.
Doch die versuchte Revolution endete im Blutbad, statt einer neuen Welt kam eine neue Regierung, an die Stelle der alten Obrigkeit trat eine neue und die Massen kehrten zurück an ihren Arbeitsplatz und in ihren Alltag.
Anhand ausgewählter Zitate verschiedener Teilnehmer*innen und Beobachter*innen der Ereignisse, aus Flugblättern und literarischen Verarbeitungen wollen wir die Geschichte der Novemberrevolution vom Matrosenaufstand in Kiel bis zur Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts und der blutigen Niederschlagung aller revolutionären Versuche in einer Lesung nacherzählen.

Die Lesung findet im Rahmen eines Brunchs statt und wird musikalisch begleitet. Für die Verpflegung bitten wir um eine Spende von 5€.

Alle Veranstaltungen finden im Ladenlokal der Falken Erfurt statt -> Thälmannstr. 26/Neben Pizza Town/99085 Erfurt

Veranstaltungsreihe zur Novemberrevolution

Afd & Wutbürger kündigen wöchentliche Demonstrationen an

Wir werden auf den Gegenkundgebungen anzutreffen sein!
Nachdem wir in Erfurt weitgehend von Pegida Aktivitäten verschont geblieben sind formiert sich jetzt gerade das Erfurter Wutbürgertum von Afd bis Neonazis zu wöchentlichen Demonstrationen „gegen Asylpolitik“.
Unter dem Minimalkonsens dagegen aktiv zu werden hat sich vor kurzem ein Bündnis aus verschiedenen linken Jugendverbänden und –Gruppen zusammengefunden:

„Auf die Plätze fertig: Mittwoch
Nach den beiden erfolgreichen Demonstrationen der AfD am 16.09 und 23.09 „gegen Asylpolitik“ planen die Rechtspopulisten, bis auf Weiteres wöchentlich gemeinsam mit Wutbürgern und Neonazis in Erfurt aufzumarschieren. Ob es nun 1500, 3000 oder 5000 Teilnehmer*innen waren – wir müssen feststellen, dass diese Demonstrationen die größten rechten Aufmärsche in Erfurt seit Ewigkeiten sind. Gleichzeitig ist die Gegenmobilisierung zu den beiden Veranstaltungen noch sehr ausbaufähig geblieben.
Deshalb haben wir Erfurter und Thüringer Jugendverbände und -gruppen uns zusammengetan. Wir wollen versuchen, diesem Treiben in Zukunft gemeinsam mit allen, die unser Anliegen teilen, etwas entgegenzusetzen. Denn wenn tausende Rechtspopulisten, Wutbürger und Neonazis sich Woche für Woche versammeln wollen um ihre Hetze gegen Flüchtlinge & Andersdenkende auf die Straße zu tragen, dann hilft nur ein breiter linker und zivilgesellschaftlicher Widerstand.
Ihr werdet in den nächsten Wochen hier immer aktuell Infos zu Gegenkundgebungen, unser Mobilisierungsmaterial und ähnliches finden. Wir rufen alle dazu auf sich am kommenden Mittwoch an den Gegenkundgebungen & Blockaden zu beteiligen oder sich kreative Formen des Widerstands auszudenken.
Weg mit dem Dreck: AFD & Wutbürger vertreiben!“

Hier findet ihr ab jetzt immer aktuelle Infos:
https://www.facebook.com/Auf-die-Pl%C3%A4tze-fertig-Mittwoch-161575380853061/timeline/

Afd & Wutbürger kündigen wöchentliche Demonstrationen an

Unterstützt die Spendenkampange von medico International für ein Gewerkschaftshaus in Karatschi!

Wir sind heute an der Uni Erfurt mit einem Infostand präsent um über das Projekt von medico international aufzuklären und Geld zur Unterstützung des Projektes zu sammeln. Weitere Infostände in Erfurt und Jena und eine Informationsveranstaltung werden im Herbst folgen.

Worum geht es:

Wir bauen keine Luftschlösser
Wir bauen ein Gewerkschaftshaus.
Spenden für ein Gewerkschaftshaus in Karatschi!
Damit die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst gegen ihre Ausbeutung am Arbeitsplatz kämpfen können, ist gewerkschaftliche Organisierung grundlegend. Um die gewerkschaftlichen Strukturen vor Ort zu stärken unterstützt medico deshalb den Ankauf eines Gewerkschaftshauses in Karatschi (Pakistan) und die Arbeit vor Ort. Unabhängig von ständigen Mieterhöhungen in der Millionenmetropole Karatschi arbeiten zu können, bedeutet mehr Kraft für den schwierigen Kampf für menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu haben.
Die National Trade Union Federation, eine der wichtigsten Gewerkschaftsorganisationen in Pakistan und langjähriger medico-Partner, arbeitete bisher aus einem kleinen Büro heraus, das den Anforderungen der gewerkschaftlichen Arbeit längst nicht mehr genügt.
Mit dem neuen zentral gelegenen Gewerkschaftshaus wird ein fester Ort für gewerkschaftliche Arbeit geschaffen. Es ist für die Arbeiterinnen und Arbeiter gut erreichbar und bietet mit 200 m² ausreichend Platz für die Büros des Gewerkschaftsbundes und für Versammlungen. Und bereits kurz nach dem Umzug Anfang 2015 wurden erste Rechtsberatungen angeboten und Weiterbildungen durchgeführt.
Unterstützen Sie die gewerkschaftliche Organisierung in Pakistan!

Spendenstichwort: „Textil“
Spendenkonto:
medico international
Konto-Nr. 1800
Frankfurter Sparkasse
BLZ 500 502 01
IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00
BIC: HELADEF1822

Weitere Infos unter:
https://www.medico.de/kampagnen/textil/

Unser Flugblatt zum Thema Unterstützung der pakistanischen Gewerkschaftler und internationale Solidarität findet ihr hier:
http://falken-erfurt.de/wp-content/uploads/2015/07/Flugi.pdf

Unterstützt die Spendenkampange von medico International für ein Gewerkschaftshaus in Karatschi!

Ladenlokal der Falken Erfurt/Thüringen

Liebe Genoss*innen,
am letzten Montag haben wir endlich einen Mietvertrag für ein Ladenlokal in Erfurt unterschrieben. Wir danken allen, die uns diesen Schritt durch Ihre Spenden ermöglicht haben!
Wer noch nicht spendet, aber unsere Arbeit gern unterstützen möchte, kann dies weiterhin tun: Denn leider ist bisher nicht der gesamte Betrag zur vernünftigen Finanzierung des Ladenlokals zusammengekommen. Wir mussten deswegen Gelder aufwenden, die nun in unserer politischen und pädagogischen Arbeit schmerzlich fehlen.

Ansonsten haben wir Euch von unserem ersten Subotnik zur Renovierung des Ladens ein kleines Video erstellt. Nach jedem freiwilligen Arbeitseinsatz für den Verband veröffentlichen wir ein weiteres kleines Video, damit Ihr die Fortschritte mitverfolgen könnt.
Freundschaft!
Eure Falken Thüringen und Falken Erfurt

Video von der ersten Renovierung

Ladenlokal der Falken Erfurt/Thüringen

Vortragsreihe Nationalsozialismus

Vortragsreihe der Falken Erfurt.
Unterstützt durch den LAP Erfurt

Vortrag und Diskussion:

„Industrie und NationalSozialismus“ – die polit-ökonomische Analyse Alfred Sohn-Rethels

07.07. • 18.30 Uhr • Falkenladen – Thälmannstr. 26, Erfurt.

In einer Reihe von Aufsätzen zwischen 1932 bis 1945 setzte sich der Ökonom und Philosoph Alfred Sohn-Rethel mit dem Nationalsozialismus auseinander. Ausgehend von den Marxschen Kategorien der Kritik der politischen Ökonomie versuchte er dem neuen polit-ökonomischen Produktionsverhältnis in Deutschland auf die Schliche zu kommen. Durch die Beantwortung der Frage nach den Gründen, die die deutschen Bourgeoisie dazu bewegte, die politische Macht an die Nazis abzugeben, grenzt sich Sohn-Rethel von anderen Theorien des Faschismus entschieden ab.

Im Vortrag sollen seine Untersuchungen, vor dem Hintergrund der Diskussionen über Monopol- und Staatskapitalismus, die in den 1930er Jahren im Institut für Sozialforschung geführt wurden, erläutert werden.

Mit David Hellbrück aus Freiburg, u. a. Redakteur der Zeitschrift Pólemos, die an diesem Abend erworben werden kann.

Vortrag und Diskussion:

Vom Störfaktor zur Selbstvergewisserungsressource? – NS-Vergangenheit und bundesrepublikanische Geschichtspolitik

13.07. • 18.30 Uhr • Falkenladen – Thälmannstr. 26, Erfurt.

Musste ein öffentliches Gedächtnis an die NS-Verbrechen in der alten Bundesrepublik von Überlebenden, linken Aktivist/innen und Graswurzelinitiativen gegen massive gesellschaftliche Widerstände erkämpft werden, herrscht seit den 1990er Jahren ein breiter, auch staatlich geförderter Erinnerungskonsens. Das offensive Bekenntnis zu negativer Vergangenheit und eine repräsentative Gedenklandschaft werden dabei zunehmend Bestandteil einer nationalen Läuterungserzählung, die von bundesrepublikanischer Gegenwart als alternativloser ›Lehre aus der Geschichte‹ kündet.

In einem einleitenden Vortrag soll diese diskursive Entwicklung noch einmal nachvollzogen und reflektiert werden. In der anschließenden Diskussion soll es darum gehen, wie eine kritisch-emanzipatorische Gedächtnisarbeit unter den gegenwärtigen geschichtspolitischen Bedingungen aussehen könnte.

Mit Cornelia Siebeck aus Berlin, die u.a. zu gedächtnispolitischen und -kulturellen Themen forscht, schreibt und lehrt.

Vortrag und Diskussion:

Nationalsozialismus und soziale Frage – Über den Antikapitalismus der alten und neuen Nazis.

20.07. • 18.00 Uhr • Falkenladen – Thälmannstr. 26, Erfurt.

Die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ beschwört den „nationalen Antikapitalismus“ und will den „Kapitalismus zerschlagen“ und bereits die Goebbels-Zeitung „Der Angriff“ präsentierte die Nazis als „Todfeinde des heutigen kapitalistischen Wirtschaftssystems“. Was ist von derartigen Aussagen von Parteien zu halten, die gleichzeitig das Privateigentum als naturgegeben anerkennen und dem „genial“ tätigen, wertschaffenden Unternehmer die Unentbehrlichkeit für Volk und Wirtschaft bescheinigen?
Drückt sich hier ein genuin antikapitalistischer Impetus oder doch nur ein sozialdemagogisches Täuschungsmanöver aus oder wie sind derartige Aussagen sonst im Gesamtkontext (neo-) nationalsozialistischer Ideologie zu entschlüsseln? Wie war die soziale Frage eingebettet und welche Antworten wurden gegeben? Und nicht zuletzt, was können Gründe für die politische Wirksamkeit dieser Ideologie (gewesen) sein?
Diese und weitere Fragen zu Ideologie und Politik des historischen und des akturellen Nazismus wollen wir gemeinsam diskutieren.

Mit Joachim Bons aus Göttingen, der an der Uni Göttingen am Seminar für Politikwissenschaften zum Bereich Nationalsozialismus lehrt.

Vortragsreihe Nationalsozialismus

Aus dem Verband: Jour Fixe der Falken Erfurt

Jour Fixe: Georg Lukács: Verdinglichung und Klassenbewusstsein

29. Juni 2015
Filler Erfurt (Schillerstr. 44, 99096 Erfurt)
19.30 Uhr

Georg Lukács Denken ist gekennzeichnet dadurch, dass er das Phänomen der Verdinglichung in das Zentrum seiner Überlegungen rückt. In seinem Werk „Geschichte und Klassenbewußtsein“ beschreibt er, wie sich die gesellschaftlichen Verhältnisse im Zeitalter der Warenproduktion in die Wahrnehmung der Subjekte einschreiben. Dies führt gemäß Lukács mithin dazu, dass sich die gesellschaftliche, also von den Menschen gemachte Welt, ihnen gegenüber darstellt, als würde sie außer ihnen existieren, zur zweiten Natur werden. Doch erschöpfen sich Georg Lukács Ausführungen nicht darin, die Hindernisse für die korrekte Erkenntnis der gesellschaftlichen Welt und damit der Errichtung einer befreiten Gesellschaft zu ergründen. Vielmehr ist ihm daran gelegen, entgegen den Tendenzen seiner eigenen Theorie das Proletariat, dem er ein objektiv vorhandenes Klassenbewusstsein zuschreibt, theoretisch als revolutionäres Subjekt zu retten.

Dies, also einige Aspekte des theoretischen Wirkens des Autoren von „Geschichte und Klassenbewußtsein“, sowie die Person Georg Lukács selbst, soll Gegenstand des Vortrages sowie des daran anschließenden Gesprächs sein.

Aus dem Verband: Jour Fixe der Falken Erfurt