Protest der Falken Erfurt gegen die geplanten Kürzungen in der Jugendarbeit!

Mittelerhöhung oder Aufstand!

Unter diesem Motto haben wir uns heute an den Protestaktionen gegen die geplanten Kürzungen der Stadt Erfurt beteiligt. Auf der Sitzung des Jugendhilfeausschuss im Ratssitzungsaal haben wir unsere Forderungen offensiv durch ein Transparent, einem kurzen Statment und einem Flugblatt vertreten. Wir werden weiter aufmerksam bleiben und die Entwicklungen in Erfurt so nicht weiter hinnehmen.

Hier der Text unseres verteilten Flugblatts:

Mittelerhöhung oder Aufstand
Warum wir nicht weniger, sondern mehr Geld brauchen!

Die Stadt möchte sparen und das auch in Teilen der Jugendarbeit, u.a. bei den Sachkosten für die
Jugendverbände. Betroffen ist damit ein Topf, aus dem auch wir Geld beziehen und die Kürzung würde uns Geld
kosten, das ohnehin hinten und vorne nicht reicht.

WARUM DAS GELD NICHT REICHT

Mit dem Geld, dass wir von der Stadt Erfurt bekommen, können wir unsere Freizeiten, Seminare, Gruppen, Vorträge, einen Treffpunkt, Büromaterial usw. eh nicht finanzieren, es macht gerade mal etwa 1 0% unserer Einnahmen aus. Der Rest kommt aus den Taschen unserer, fast ausschließlich jungen, Mitglieder oder von anderen Geldgebern. Bei denen wir allerdings zusätzlich beantragen und abrechnen müssen – ein extra Aufwand, den wir mit Blick darauf, dass die Stadt uns kein Geld für Personal gibt, zu groß finden.

ES WIRD IMMER SCHLIMMER

Doch die Finanzierung ist nicht nur schlecht, sie wird auch noch immer schlechter – und das nicht nur wenn Kürzungen drohen. 2009 gab es mal 97.500 EUR, 2010 und 2011 waren zwei sehr schlechte Jahre und seit 2012 sind es gleichbleibend 90.000 EUR.
Das heißt, dass bereits 7.500 EUR gekürzt wurden. Durch die Inflation seit 2009 sind die Mittel praktisch um weitere 7.110 EUR geschrumpft. In etwas mehr als den letzten fünf Jahren sind die Mittel also effektiv um 14.610 EUR gekürzt worden. Ohne die Inflation diesen Jahres wären dass, wenn, wie geplant, um weitere 8.000 EUR gekürzt würde 22.61 0 EUR.

ES WIRD NICHT ÜBERALL WENIGER

Dabei werden nicht in allen Bereichen der Jugendhilfe die Mittel knapper, Kindergärten, Schulen, die Schulbezogene Jugendsozialarbeit, Hilfen zur Erziehung und andere haben deutliche Steigerungen erlebt. Ob Mittel gekürzt werden, ob sie gleichbleiben und damit faktisch auch gekürzt werden oder ob sie erhöht werden, ist offenbar eine Folge politischer Entscheidungen.
Während wir ein Jugendverband sind, also ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern , Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in dem wir selbst bestimmen wie wir unsere Zeit verbringen, womit wir uns beschäftige, also unsere Interesse zählen, handelt es sich bei denen, die mehr bekommen, um eine ganz andere Art von „Angeboten“. Die Schulen und Kindergärten sind Verwahranstalten, sicher etwas menschenfreundlicher als noch vor 50 oder 1 00 Jahren, aber doch Orte, an die Kinder und Jugendliche gebracht werden, um dort ihre Zeit auf eine Art und Weise zu verbringen, wie andere das für richtig halten. Sie, aber auch die Hilfen zu Erziehung und die Schulsozialarbeit, tragen die Ansprüche und Vorstellungen des gelingenden Aufwachsens an Kinder und Jugendliche heran. Wünsche, Interessen und Wille der Kinder und Jugendlichen zählt dabei nur als Planungsgröße,
als etwas, dass es nutzbar zu machen gilt, damit sie hinterher das werden, was die Gesellschaft für einen gelungenen Erwachsenen hält: z.B. gut qualifizierte und fröhliche Arbeitskräfte, die morgens pfeifend zur Arbeit gehen und ihre Chefs und den Fiskus reich und froh machen. Daran haben wir herzlich wenig Interesse. Vielmehr vertreten wir die Auffassung, dass sich die Gesellschaft an uns anzupassen hat. Und anders als viele Erwachsene, haben wir noch nicht akzeptiert, dass es hier nicht um unsere Interessen gehen soll, sondern um die des Kapitals und des Staates und man dazu noch eine freundliche Miene aufsetzen soll.
Wir werden uns nicht noch die Möglichkeiten nehmen lassen, das bisschen an Leben nach unseren Interessen und Bedürfnissen zu gestalten, über das wir frei verfügen können. Selbstorganisation braucht aber Räume und Mittel.

Protest der Falken Erfurt gegen die geplanten Kürzungen in der Jugendarbeit!

Wochenendseminar: Staatsfetischismus

Staatsfetischismus – oder: Warum die Staatsgewalt hinter dem Versprechen allgemeiner Gleichheit zu verschwinden scheint

Wochenendseminar mit Dr. Alexander Neupert-Doppler*
Der kapitalistische Staat gilt Linken als Staat der Kapitalisten oder als Staat des Kapitals, als „Ausschuß, der die gemeinsamen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet“ (MEW 4: 464) bzw.
als die „Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben“ (MEW 3: 77). Die entscheidende Frage ist:
Warum fällt es so schwer den Staat als das wahrzunehmen, was er ist, in seiner Funktion als Gewalmonopolist der kapitalistischen Gesellschaft?

Die Gewalt- und Konkurrenzverhältnisse nehmen unter Kapital und Staat Formen an, die einen realen Schein von Gleichberechtigung erzeugen.
Ob arm oder reich, vor dem Gesetz sind alle gleich. Ob Mann oder Frau, in der Politik sind alle Wahl-Stimmen gleich viel wert. Gegenüber den Anderen, die nicht zur eigenen Nation gehören, wird der „eigene“ Staat als Schutzmacht angerufen. Kritische Theorie versucht dieses Phänomen mit den Begriffen des Rechtsfetischismus, Politikfetischismus und Staatsfetischismus zu erfassen.

Warum erscheint und wirkt der Staat als Friedensbringer und Ordnungmacht?
Wie verhüllt die Form Staat ihren eigenen Inhalt, die sozialen Verhältnisse?
Was folgt daraus für sozialistische Politik mit, im und gegen den Staat?
Anhand von Texten aus verschiedenen Epochen marxistischer Theoriebildung wollen wir uns an diesem Wochenende mit Überlegungen beschäftigen, die in diesem eine Aufklärung über den kapitalistischen Staat anstreben.

* Dr. Alexander Neupert-Doppler arbeitet als Bildungsreferent bei der Sozialistischen Jugend Rheinland-Pfalz in Trier. 2013 erschien sein Buch „Staatsfetischismus“, 2015 folgte der Band „Utopie“ in der Reihe theorie.org beim Schmetterling-Verlag.

Organisatorisches:
Datum: 12-14.06.2015
Teilnahmebeitrag: 15€
Bettzeug bitte selbst mitbringen.
Gemeinsame An- und Abreise aus Erfurt
Wir übernachten in dem Falken Jugendheim Triebsdorf.
Anmeldung bis zum 01.06.2015 unter kontakt@falken-thueringen.de

Wochenendseminar: Staatsfetischismus

Regelschule in Unterwellenborn in „Kurt Löwenstein“ Schule umbenannt

Wir Falken Thüringen gratulieren der Staatlichen Regelschule Kurt Löwenstein Schule Unterwellenborn (Landkreis Saalfeld-Rudolfstadt) zu ihrer Umbenennung. Dass die Namengebung durch die Initiative der Schüler*innenvertretung zustande kam, sich also junge Menschen für das Leben und Tun Kurt Löwensteins interessieren und ihre Schule nach ihm benennen wollen, freut uns dabei besonders.

Wer war Kurt Löwenstein?

Kurt Löwenstein (1885-1939) war ein linker sozialistischer Politiker, Pädagoge und Schulreformer. In der Zeit der Weimarer Republik stritt er auf vielen Ebenen für eine bessere und gerechtere Welt und für die Interessen der Arbeiter*innenjugend.
Für die Unäbhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands und später SPD saß er von 1920 bis 1933 im Reichstag und war dort als Bildungspolitiker aktiv. In Berlin-Neukölln, einem klassischen Arbeiter*innenstadtteil mit hohen Stimmanteilen für die Arbeiter*innenparteien, war er von 1921 bis 1933 Stadtrat für Volksbildungswesen. Hier setzte er mit seinen Mitstreiter*innen viele Reformen durch: Es wurden weltliche Schulen eingerichtet, Arbeiter-Abiturientenkurse sollten jungen Arbeiter*innen den Zugang zur Hochschule ermöglichen, das Schulgeld wurde nach Einkommen gestaffelt, Schulbetriebe und Werkklassen eingerichtet, Schulspeisung, zahnärztliche und medizinische Versorgung ausgebaut. Im Gegensatz dazu war sein Wirken im Reichstag durch das Fehlen linker Mehrheiten stark begrenzt.
1923 gründete Löwenstein gemeinsam mit anderen die Kinderfreundebewegung eine der beiden Vorgängerorganisationen der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken. Die Kinderfreunde setzten sich für die Arbeiterkinder ein: In den Kindergruppen der Organisation kamen tausende Kinder zusammen um gemeinsam zu spielen, zu basteln und sich mit der Welt auseinanderzusetzen. Unter seinem Vorsitz wurden die Kinderfreunde in den wenigen Jahren der Weimarer Republik eine Massenorganisation und die größte laienpädagogische Organisation der Welt. Dass heute noch jeden Sommer Falken-Gliederungen für mehrere Wochen ins Zeltlager fahren, einem Höhepunkt im Falken-Jahr, geht auf Kurt Löwenstein und die Kinderrepubliken der Kinderfreunde zurück. Viele pädagogische Grundsätze und Überlegungen der Falken basieren auf Löwensteins theoretischem wie praktischen Werk.
Als Sozialist, Antifaschist und Jude wurde er von den Nazis verfolgt und musste 1933 in Exil gehen. Er verstarb 1939 in Frankreich.

Mehr Informationen zu Kurt Löwenstein findet ihr hier:
http://saalfeld.otz.de/web/saalfeld/startseite/detail/-/specific/Namensgebung-Regelschule-Unterwellenborn-heisst-jetzt-8222-Kurt-Loewenstein-261529507
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118955853.html
http://www.fes.de/…/…/downloads/weimar_akten_loewenstein.htm

Regelschule in Unterwellenborn in „Kurt Löwenstein“ Schule umbenannt

Ladenlokal Spendenaktion der Falken Erfurt

Die Falken Erfurt suchen Unterstützer für ihr Ladenlokal Projekt:

„Seit vielen Jahren machen wir Thüringer und Erfurter Falken selbstorganisierte politische Bildung mit dem Ziel einer solidarischen Gesellschaft. In Erfurt findet durchschnittlich Jeden zweiten Tag eine Veranstaltung statt (etwa eine Reihe zu Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und der Novemberrevolution, zum Nationalsozialismus, zu Sozialistischer Erziehung, Rotes Kino, Kochgruppe,…) oder trifft sich eine unserer Gruppen (AK Kritische Pädagogik, Filmgruppe, AK Kapitalismuskritik, Ü18 Gruppe…). Dabei stoßen wir immer wieder auf räumliche Grenzen. Gruppentreffen müssen in Privaträumen oder Kneipen stattfinden, für andere Veranstaltungen immer wieder etwas gesucht werden. Es wird also Zeit für einen eigenen Raum, in dem wir unser Engagement weiter entfalten können. Die Fördersituation für Jugendverbände, gerade für die Falken, ist in Thüringen immer noch sehr schlecht, daher müssen wir uns hier etwas einfallen lassen.
Unsere Idee: eine sogenannte „Crowdfunding-Kampagne“!“

Weitere Infos findet ihr hier:
www.falken-erfurt.de/ladenlokal

Zwischenstand der Spendenaktion: (04.02.2015)

Ladenlokal Spendenaktion der Falken Erfurt

Veranstaltungsreihe zur Novemberrevolution

ZUR REIHE

Im November 1918 hatten die Matrosen der in Kiel liegenden Schlachtschiffe genug vom Krieg. Statt sich auf die Schlachtbank führen zu lassen, meuterten sie. Innerhalb kurzer Zeit breitete sich in ganz Deutschland ein Aufstand der Arbeiter und Soldaten aus. Das Kaiserreich brach zusammen und die Räte der Arbeiter und Soldaten übernahmen die Macht. Doch während die einen versuchten, die Revolution auszuweiten, bemühten sich die anderen, das Erreichte, die bürgerliche Republik, zu sichern – auch gegen die Revolutionäre, die weiter und mehr wollten.
Am Ende dieser Auseinandersetzung waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und unzählige andere bekannte Revolutionäre und unbekannte Arbeiter ermordet. Die Revolution war in Blut ertränkt und die Freikorps, die Wiege des Nationalsozialismus, gestärkt. Die Spaltung der Arbeiterbewegung war unumkehrbar geworden und während die einen ihre Wunden leckten oder damit begannen, die Kommunistische Partei in ein Organisation für außenpolitische Interessen Sowjetrusslands zu verwandeln, versuchte die SPD, die Weimarer Republik Richtung Sozialismus zu entwickeln, bis die Nationalsozialisten dem Treiben beider mit Repression und Mord ein Ende machten.

DIE VERANSTALTUNGEN

VORTRAG UND DISKUSSION: Die Novemberrevolution in Thüringen
05.01. • 19.00 UHR • Saline34 (Salinenstr. 34, Erfurt).

Im Ergebnis der Novemberrevolution 1918 entstand der heutige Freistaat Thüringen. Der Vortrag skizziert die unterschiedlichen Deutungen, langfristigen Ursachen und unmittelbaren Auslöser der Revolution. Er umreißt die Revolutionsereignisse in Thüringen und beschreibt die Auswirkungen zentraler Entwicklungen und Entscheidungen auf die im Ergebnis der Revolution entstandene Demokratie in unserer Region.

Mit Mario Hesselbarth, Rosa Luxemburg-Stiftung-Thüringen e.V.

VORTRAG UND DISKUSSION: DIE RATLOSE ROSA
07.01. • 19.00 UHR • L50 (LASSALESTR.50, ERFURT)

Aus einer Protestdemonstration gegen die Absetzung des linken USPD-Polizeipräsidenten Eichhorn am 5. Januar 1919 in Berlin entwickelte sich innerhalb von Stunden eine spontane Massenbewegung gegen die Regierung der rechten Sozialdemokraten Ebert und Scheidemann. Rosa Luxemburg und die Führung der KPD bezogen sich, in der kurzen Phase dieses Aufstandes, mal positiv, mal negativ auf die Erhebung. Im Vortrag soll Rosa Luxemburg als politische Praktikerin in den Blick genommen werden, ihr Handeln und ihre Agitation, in der Situation des Aufstandes, auf ihre theoretische Position rückbezogen werden.

Mit Ottokar Luban, Sekretär der Internationalen Rosa Luxemburg Gesellschaft

WOCHENENDSEMINAR: ROSA&KARL
09-11.01.2015 • TNB: 25,00€ • Berlin/Werftphul

Während in Berlin die Revolution der sozialistischen Arbeiterinnen und Arbeiter langsam zu Ende geht und alle Zeichen auf bürgerliche Republik statt Sozialismus stehen, ermorden am Abend des 15. Januar 1919 Mitglieder der Freikorps Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die Gründungsmitglieder des Spartakusbundes und der Kommunistischen Partei sind die ersten prominenten Opfer der Konterrevolution die auch vorher und nachher unzählige Revolutionäre und Revolutionärinnen abschlachtet.
Mit ihrem politischen Kampf für den Sozialismus, die Selbstbestimmung der Arbeitenden, ihren Krtitik an Kapitalismus und der Mehrheits-Sozialdemokratie sind Liebknecht und vorallem Luxemburg bis heute Vorbilder für Sozialist*innen und ein Blick auf ihr Wirken und ihre Schriften lohnt bis heute.
Auf dem Seminarwochenende unseres Bundesverbandes wollen wir und etwa 200 andere Genossinnen und Genossen uns ein Wochenende an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnern, indem wir uns mit ihrem theoretischen Werk und politischen Wirken auseinandersetzen und anderen Fragen nachgehen, die wir für eine Kritik des Kapitalismus für nützlich halten.

VORTRAG UND DISKUSSION: AUFBRUCH, DEMOKRATIE UND BÜRGERKRIEG
15.01. • 19.00 UHR • VETO (PAPIERMÜHLENWEG 33, ERFURT)

Die geschichtspolitischen Debatten anlässlich des Ausbruchs des 1.Welt¬kriegs vor einem Jahrhundert blendeten in der Regel dessen Ende und die revolutionären Umbrüche aus. Dabei waren diese für Konstituierung der Nachkriegsgesellschaften entscheidend. Schien am Anfang die Stunde des Sozialismus geschlagen zu haben, entstand stattdessen die Weimarer Republik. Im Vortrag werden die wesentlichen Positionen innerhalb der Arbeiterbewegung und Das Ende der Revolution skizziert. Außerdem sollen die Verantwortung der SPD für die Niederschlagung der Revolution und die alternative Handlungsmöglichkeiten für die wesentlichen Akteure auf Seiten der politischen Linken diskutiert werden.

Mit René Lenz, Sozialwissenschaftler

Veranstaltungsreihe zur Novemberrevolution

Wochenendseminar: Dialektik der Aufklärung – Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug

 

Wann: 14. November (ab 18.00 Uhr) – 16 November 2014
Wo: Veto Erfurt (Papiermühlenweg 33, 99089 Erfurt)
Teilnahmegebühr: 10€

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Im Kapitel “Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug” der erstmals 1944 erschienen “Dialektik der Aufklärung” beschreiben Max Horkheimer und Theodor W. Adorno die Wandlung der Sphäre der Kultur zur Kulturindustrie, sowie die damit einhergehenden Veränderungen in ihrer Funktion für die Gesellschaft.

Mit der Herausbildung des autonomen Kunstwerks infolge seiner Kommodifizierung, das also nicht mehr den direkten Vorgaben des Auftraggebers verpflichtet war, sondern vielmehr einem freien Markt zur Verfügung gestellt wurde, wurde zugleich auch eine gegenläufige Tendenz in Gang gesetzt. Die Autonomie der Kunstwerke schwindet nach und nach zugunsten ihres Warencharakters. Dabei scheint die alle Lebensbereiche durchdringende Kulturindustrie mit ihrem permanenten Identifikationsangebot sich lediglich nach den Vorgaben ihrer Konsumenten zu richten; diese Vorgaben entspringen jedoch schon aus den von der Kulturindustrie hergestellten Bedürfnissen.

Die Kulturindustrie gibt also vor sich nach Bedürfnissen zu richten, die sie in Wirklichkeit erst selbst herstellt. Weil es in der Kulturindustrie nichts wirklich Neues, von der bestehenden Welt qualitativ Verschiedenes geben darf, geht bei den Konsumenten ihrer Waren ein Denken einher, dass die bestehende Welt als alternativlos erscheinen lässt.

Während des Wochenendseminars wollen wir gemeinsam das Kapitel “Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug” der “Dialektik der Aufklärung” lesen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, zu empfehlen ist jedoch, die im Reader zur Verfügung gestellten Texte zur Kenntnis zu nehmen. Das erleichtert das Erschließen des Kapitels während des Seminars.

Wochenendseminar: Dialektik der Aufklärung – Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug

Neue Schülerzeitung der Falken Erfurt erschienen!

 

unter dem pflaster

Unter dem Pflaster

Die neue Schülerzeitung der Falken Erfurt

Unsere Schülerzeitung “unter dem pflaster” ist heute aus der Druckerei gekommen. Die Zeitung wird in den nächsten Tagen/Wochen überall dort zu bekommen sein wo wir unterwegs sind und in der Stadt an den entsprechenden Orten verteilt werden. Der Themenschwerpunkt der ersten Ausgabe ist Neonazismus/Rechtspopulismus.

Aus dem Inhalt:
Was wir in der Schule über den Nationalsozialismus (nicht) lernen
Interview – Das Leben der Rroma
Asyl
Wie sozial ist national? Antikapitalismus von rechts
Die AFD – Eine neue Alternative für Deutschland
Nationalismus

Neue Schülerzeitung der Falken Erfurt erschienen!

Einige Veranstaltungen der Falken Thueringen bis Ende 2014

Jour Fixe: Frauentausch
02.10.2014 – 19.30 – Filler Erfurt
Nach einer langen Sommerpause geht es endlich mit unserem monatlichen JourFixe Termin in Erfurt weiter:
In der Serie “Frauentausch” prallen regelmäßig zwei Milieus aufeinander. Die daraus entstehenden Konflikte sind für ein bestimmtes Publikum unterhaltend genug, um die Sendung gebannt zu verfolgen.
Der Jour Fixe möchte zeigen, was genau eigentlich das Thema dieser Serie ist, wer ihr Publikum ist und mit welchen Mittel es ihr gelingt, ein vermeintlich realitätsgetreues Bild der Wirklichkeit zu zeichnen, sodass am Ende ein Produkt der Kulturindustrie herauskommt, indem auf Kosten der Proleten einmal herzlich gelacht oder sich furchtbar über die da unten aufgeregt werden kann.

Beats against Fascism (04.10.2014)
beat against

Weitere Infos: https://www.facebook.com/events/1462100110746155/?ref=22
Wir möchten euch auf dieses umsonst und draußen Konzert in Erfurt-Herrenberg aufmerksam machen. “Beats against Fascism” soll eine “antifaschistische, antirassistische, antisexistische und unkommerzielle Kultur zurück auf den Herrenberg bringen”.

Die Falken Erfurt werden mit einem Infostand + Büchertisch vor Ort sein. Wir werden neue Büchertitel im Angebot haben und unsere neue SchülerInnenzeitung wird gerade frisch aus der Druckpresse gekommen sein und soll verteilt werden. Bis dahin!

Städtefahrt Frankfurt (09-12.10)
karl marx

 

Inhaltliches
Vom 9. bis 12. Oktober wird unsere Städtefahrt nach Frankfurt zu unserem Jahresthema „1968 und die Folgen“ stattfinden.

Inhaltlich wird es um den Frankfurter SDS und dessen Auseinandersetzung mit dem Institut für Sozialforschung, um das Verhältnis von Theorie und Praxis und schließlich um die Spontibewegung gehen. Wir wollen zusammen lesen und diskutieren, uns mit einem ehemaligen SDS-Mitglied treffen, das Institut für Sozialforschung besichtigen und eine Stadtführung machen.

Organisatorisches :
Teilnahmegebühr: 20€ (inklusive Fahrtkosten, Übernachtung, Seminarmaterialien und Frühstück, Mittagessen individuell)
Gemeinsame An- und Abreise mit dem Fernbus

 

Die Ukraine Krise
24.10.2014 – 18.00 – Jena
Vortrag mit einem Referenten der Grup¬pen gegen Ka¬pi¬tal und Na¬ti¬on im Rahmen der alternativen Studieneinführungstage.

In dem Vortrag soll die Entwicklung in der Ukraine und das Verhältnis des Wes¬tens zu Russland erklärt werden. Was wollen die Bürgerkriegsparteien in der Ukraine? Worum ging es bei dem Assozierungsabkommen, dass der ukrainische Staatspräsident nicht unterschreiben wollte? Warum ist die EU danach dazu übergegangen, einen Regierungssturz zu unterstützen? Und wie ist es zu erklären, dass auf einmal die ganze Sache wieder zu einem „kalten Krieg“ zwischen Westen und Russland führt?
An diesen Fra¬gen entlang kann man einiges über den zwischenstaatlichen Verkehr lernen. Wenn man weiß, wieviel Gewalt im Frieden drinsteckt, kann man sich zumindest mal die Frage beantworten, wie es denn mal wieder dazu kommen konnte….

Krav Maga bis zum Utopia – die Falken Thüringen fahren zu IN*VISION (30.10-02.11) Berlin

Liebe Genoss_innen, liebe Sympatisant_innen;

Unsere Freunde von den Falken Berlin haben etwas wunderschönes für euch ausgeheckt: vom 30. Oktober bis zum 2. November 2014 findet in Werftpfuhl bei Berlin das IN*VISION unter dem Motto ‘utopie*revolutionär*organisieren’ statt.

An 4 Tagen soll euch auf diesem Festival ganz schön viel geboten werden: neben eher theorieorientierten Workshops sollen auch eher praktische Themen behandelt werden, alles abgerundet von einem vielseitigen kulturellen Angebot.

Falls ihr euch also schon immer einmal mit der Black Power Bewegung bzw. den Zapatistas auseinandersetzen oder diskutieren wolltet, inwiefern in der Novemberrevolution ein gescheiterter Kommunismus steckt, wenn ihr mal nachvollziehen wolltet, was Leute meinen, wenn sie gescheit von Bilderverbot oder Adornos/Blochs Utopiekonzeption oder dem Postoperaismus sprechen, habt ihr hier die Möglichkeit zur Auseinandersetzung.

Ihr werdet aber auch Möglichkeit haben, in Krav Maga, DJing oder Akrobatischen Volkstanz(DDR-Jargon für Hip-Hop) reinzuschnuppern oder Abends einer Lesung von Bini Adamczak oder einem Konzert von Kobito beizuwohnen.

Das komplette Programm könnt ihr hier einsehen:

http://www.invision2014.org/wp-content/uploads/2014/09/programmplan2.pdf

Wir, die Thüringer Falken, haben uns entschlossen zu IN*VISION zu fahren und bieten euch eine gemeinsame Anreise an. Dies bedeutet, dass der Verband die Kosten für eine gemeinsame Anreise übernehmen wird.

Falls ihr also Interesse habt, meldet euch bitte bis zum 10. Oktober verbindlich an. (Einfache Zusage diese FB-Veranstaltung gilt nicht!)

Anmelden könnt ihr euch mit einer Mail an:
kontakt@falken-thüringen.de
Weiterbildungstage (20.10 & 04.11) (Erfurt)
Diese beiden Termine richten sich an ehrenamtlich aktive Menschen bei den Falken oder an diejenigen die es noch werden wollen. Gemeinsam wollen wir grundlegende organisatorische, buchhalterische und verbandliche Frage besprechen und diskutieren. Fragen werden sein:
Wie organisiert man eine Bildungsmaßnahme und rechnet diese ab? Wie füllt man Honorarbelege, Fahrtkostenabrechnungen und Teilnehmerlisten richtig aus? Wie schreibe ich einen Projektförderantrag? Was hat es mit der ganzen Projektförderstruktur auf sich? Was bedeutet Vorstandsarbeit? Wie agiere ich auf verbandlichen Konferenzen? Wofür gibt es eine Kontrollkommission und innverbandliche Gremien?
Wie ist die Förderstruktur in Thüringen und anderswo? Welchen Zweck haben Stadtjugendring und Landesjugendring?

Jour Fixe: Freiheit für Josef. S (Erfurt)

Als im Januar diesen Jahres der Jenaer Student Josef im Anschluss an eine Demo gegen den Wiener Akademikerball festgenommen wurde und 6 Monate lang in Untersuchungshaft saß, meldeten sich im Verlauf des Prozesses verschiedenste Bündnisse und Personen, die Solidarität mit Josef sowie seine Haftentlassung forderten, zu Wort. Die jeweiligen Begründungen dafür waren dabei ebenso verschieden wie die politischen Einstellungen der sie verkündenden Gruppen selbst. Daher wollen wir uns die Unterstützer-Szene Josefs etwas genauer anschauen und versuchen die Beweggründe der einzelnen Free-Josef-Gruppen kritisch zu beleuchten, ihre Schlussfolgerungen aus Demo, Verhaftung und Prozessverlauf zu analysieren und gegebenfalls zu kritisieren und eigene Schlussfolgerungen ziehen.

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„Die Antideutschen der 70er?“ – Zur historischen Bedeutung der K-Gruppen
28.11.2014 – 19.00 Uhr – Jena

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “1968 und die Folgen” der Falken Thüringen.

„Der Schnee gnädigen Vergessens bedeckt heute die Landschaft, auf der sich in den 70er Jahren die maoistischen „K-Gruppen“ an die Revolutionierung des Proletariats gemacht hatten. Die Protagonisten der damaligen Bewegung haben nie daran gedacht, die Geschichte dieses Großversuchs aufzuschreiben. (…) Immerhin sollen es nach fast allgemeiner Auffassung sie gewesen sein, die mutwillig eine blühende, vielfältige Bewegung unter die Knute des dogmatischen Konformismus zwangen und die antiautoritären Impulse der Studentenbewegung nach Kräften abtöteten, so daß dem lichten Bild der 60er Jahre das verdüsterte der frühen 70er Jahre gegenübersteht.“ (Christian Semler, 2012)

Die so genannten K-Gruppen, die in den 1970er Jahren eine kurze Blüte in Westeuropa erlebten stellen das historische Bindeglied von der Studierendenbewegung der 1960er Jahre zur Entwicklung der Autonomen zu Beginn der 1980er dar. Als damals neues und radikales Projekt, in massiver Abgrenzung zum Sowjetsozialismus und begeistert von der Kulturrevolution in China organisierten sich in Westdeutschland bis zu 20.000, vorwiegend junge Menschen in den verschiedenen Organisationen mit maoistischer Ausrichtung. Wir wollen uns im Rahmen der Veranstaltung mit der Entwicklung, den Kerninhalten und der Bedeutung dieser Bewegung auseinander setzen.

 Jour Fixe: Harun Farocki (Erfurt)

Im englischen gibt es das Sprichwort etwas sei wie “vorbei geflossenes Wasser“, etwas ist Vorbei aber noch Präsent im Gegensatz zum deutschen “Schnee von Gestern“, der schmilzt und verebbt. Harun Farocki war ein linker politischer Filmemacher. 1968 flog er von der erst neu gegründeten DFFB so wie auch z.B. Holger Meins. Im Gegensatz zu seinen Kommilitionen, nahm Farocki keine Waffe in die Hand, sondern schoss in seinen Leben viele Filme. Die Wandlung vom linksradikalen Farocki zum Filmemacher und Videokünstler soll hier nachvollzogen werden.

LV Wochenende (05-07.12)
Falkenhaus Triebsdorf- Teilnahmegebühr: 15,00€
Im letzten Jahr wurde auf der Landeskonferenz beschloßen einmal jährlich gegen Ende des Jahre ein gemeinsames Landesverbandswochenende zu organisieren auf dem über das vergangene Jahr reflektiert wird und die Arbeit des nächsten Jahres bestimmt werden. Darüber hinaus soll an dem Wochenende auch zu inhaltlichen Fragen gearbeitet und einige inhaltliche Inputs in die Diskussion eingebracht werden. Auf dem Landesverbandswochenende in diesem Jahr wird zum ersten Mal die MaxHoelz Plakette vergeben.

Einige Veranstaltungen der Falken Thueringen bis Ende 2014

Falken Thüringen goes antinationales Sommercamp!

Ferien von Deutschland machen

Eine Woche lang Sonne und Theorie, Sommer und Diskussion, Freibad und Argumente. Täglich werden zweimal zu entspannten Uhrzeiten mehrere parallele Workshops angeboten, die, wie „im echten Leben“, in Konkurrenz stehen zu Schwimmen, Schlafen, Spaziergängen, Kickern, und Lagerfeuerromantik (letzteres sehr umstritten).

Dieses Jahr findet zum siebten Mal das Sommercamp in Niedersachsen statt (24.7.-31.7.).

Auf dem Nordcamp wird es Workshops u.a. zur Kritik an folgenden Themen geben (wird laufend aktualisiert, d.h. es kommen noch weitere Themen hinzu, wie wir auch noch andere Gruppen/Personen angefragt haben):

Nationalismus, Lohnarbeit, Psychoanalyse, Wahlen, Bitcoin, Liebe und andere Beziehungen, Imperialismus, Gesundheit im Kapitalismus, europäische Asylpolitik, Menschenrechte, Sozialstaat, u.v.m. Außerdem Einführung in das Kapital und die Kapitalismuskritik.

Weitere Infos unter:

https://gegen-kapital-und-nation.org/antinationales-sommercamp-hoch-7-nord

Organisatorisches:

Anmeldung unter: kontakt@falken-thueringen.de
Zeitraum: 24.07-31.07.2014
Teilnahmegebühr: 50€
inklusive Gemeinsame An- und Abreise aus Erfurt und Jena.

Falken Thüringen goes antinationales Sommercamp!

Aktuelle Stellungnahme zum Fall Josef!

freiheit-für-josef

FREIHEIT FÜR JOSEF!

Am 24. Januar 2014 fand in Wien der sogenannte Wiener Akademikerball statt, ein jährliches Treffen der Eliten der europäischen Rechten. Hier teffen sich auf Einladung der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) führende Vertreter*innen rechtspopulistischer Parteien, schlagender Burschenschaftler und Holocaustleugner*innen aus ganz Europa, die sich dort beim Tanz vernetzen

Um sich an den Protesten gegen dieses Treffen zu beteiligen und Genoss*innen der Sozialistischen Jugend Österreichs und der Roten Falken zu besuchen, fuhr auch unser Genosse Josef von Jena nach Wien. Er wollte solidarisch mit Aktivist*innen vor Ort gemeinsam gegen das internationale Treffen demonstrieren.

Schon im Vorfeld des Wiener Akademikerballs hatten Rechte gegen die Gegenproteste und die zu erwartenden Demonstrant*innen aus Deutschland gehetzt. Dabei muss man sich eigentlich kaum wundern, dass zu einem internationalen Treffen der Rechten auch Leute aus anderen Ländern anreisen, um dagegen zu demonstrieren. In ihren Äußerungen beschworen die Rechten jedoch v.a. mit Hinweis auf die Ereignisse in Hamburg um die Rote Flora ein Schreckensszenario herauf und stellten so die Legitimität der Proteste generell infrage. In Übereinstimmung damit versuchte die Polizei, die Proteste am 24. Januar durch die Einrichtung einer Bannmeile rund um die Wiener Hofburg möglichst zu unterbinden (die Demonstrant*innen gelangten dadurch gar nicht erst in Hörweite der Hofburg), untersagte per polizeilicher Verordnung bei klirrender Kälte für ganze Stadtgebiete das Tragen und Mitführen von Kleidungsstücken und Gegenständen, die einer “Vermummung” dienen könnten, und ging während der Kundgebungen hart gegen Demonstrant*innen vor. Zudem wurde die Berichterstattung über die Proteste erheblich erschwert. Als einer der beiden Demonstrationszüge gegen 19 Uhr aufgelöst wurde, eskalierte die Situation.

Diesen Einschränkungen der Protestmöglichkeiten folgt die polizeiliche und juristische Repression auf dem Fuße. Es wurden Stimmen laut, die das Demonstrationsrecht explizit zur Debatte stellen und in vielen österreichischen Medien herrscht ein Klima der Denunziation. Und nicht nur politisch hat die Auseinandersetzung bittere Folgen: Im Verlauf der Gegenproteste wurden 14 Personen von der Polizei festgenommen, darunter auch das Mitglied unseres Verbandes, Josef. Im Gegensatz zu allen anderen wurde Josef jedoch nicht wieder freigelassen, sondern befindet sich seitdem in Untersuchungshaft im fernen Wien. Ihm wird so ziemlich alles vorgeworfen, was an jenem Abend im Januar passiert ist: versuchte schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung sowie Landfriedensbruch in Rädelsführerschaft. Allein auf letzteres stehen bis zu drei Jahre Haft. Die Anklage stützt sich im Wesentlichen auf die Aussage eines Polizisten, der in Zivil auf der Demonstration anwesend war und Josef dort gefolgt sein und ihn dabei als Befehlshaber des sogenannten „Schwarzen Blocks“ ausgemacht haben will.

Seit Januar sind mehrere Haftprüfungen abgehalten worden, die jedoch allesamt negativ für Josef ausfielen. Die andauernde U-Haft wird mit einer angeblichen “Tatbegehungsgefahr” gerechtfertigt, es wird also davon ausgegangen, dass Josef die Tat erneut begehen könnte; außerdem wurde bei der letzten Haftprüfung am 9. Mai die Ablehnung eines Enthaftungsantrages mit einer „zu erwartenden unbedingten (also ohne Bewährung ausgesetzten) langjährigen Haftstrafe“ begründet, zu der sich die U-Haft proportional verhalten müsse. Josefs Verteidigung wirft der Staatsanwaltschaft vor, nicht ihrem gesetzlichen Auftrag nachzukommen und auch entlastende Tatsachen zu ermitteln. Von der Verteidigung beschafftes Material, dass die Aussage des Hauptbelastungszeugen stark in Zweifel zieht, hat offensichtlich allerdings ebenfalls nicht dazu geführt, den dringenden Tatverdacht gegen Josef zu erschüttern: so belegte ein Stimmgutachten, dass es mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ nicht Josefs Stimme war, welche der Hauptbelastungszeuge auf seinem Handy-Video aufgenommen und als Beweis gegen Josef eingebracht hatte.

Josef gereicht der Polizei vermutlich insbesondere in seiner Eigenschaft als deutscher Demonstrationsteilnehmer pauschal zum Repräsentant des gewalttätigen Potenzials linker Proteste. Es steht zu befürchten, dass an ihm ein Exempel statuiert werden soll.

Am 6.6. hat der Prozess gegen Josef in Wien begonnen. Vorläufiges Ergebnis des ersten Prozesstages sind die Vertagung auf den 21./22 Juli sowie die Ablehnung eines weiteren Enthaftungsantrages, da sich der Verdacht gegen Josef angeblich weiter „erhärtet“ habe, weiterhin also dringender Tatverdacht vorliege – das obwohl sich der Hauptbelastungszeuge während des Prozesses mehrfach in Widersprüche verstrickt hatte, was selbst von konservativen Tageszeitungen nicht unbemerkt blieb. Außerdem verschärfte die österreichische Staatsanwaltschaft die Anklage: der Tatvorwurf der versuchten schweren Körperverletzung wurde in versuchte vorsätzliche schwere Körperverletzung abgewandelt, womit Josef bis zu fünf Jahre Haft drohen.

Seit dem ersten Prozesstag gibt es auch vermehrt Unterstützung aus dem bürgerlichen Lager: so bekam Josef am 13. Juni den Jenear Preis für Zivilcourage verliehen.

Wir erklären uns solidarisch mit unserem inhaftierten Freund und Genossen und fordern Euch auf: Schreibt Josef Briefe, spendet selbst oder sammelt Spenden bei Veranstaltungen, durch Solipartys, Soli-Tresen usw., damit die Prozesskosten gedeckt werden können! Unterstützt Josef ideell!

SJD-Die Falken Landesverband Thüringen

Spenden, um Josefs Prozesskosten zu finanzieren, können an dieses Konto überwiesen werden:
Rote Hilfe Ortsgruppe Jena
Kto.-Nr.: 4007 238 309 | IBAN DE77 4306 0967 4007 2383 09
BLZ: 430 609 67 (GLS-Bank) | BIC GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Wien

Mehr Infos zu Josef und der Soligruppen in Jena und Wien findet ihr hier: http://soli2401.blogsport.eu

Außerdem gibt es eine Petition der Roten Falken Österreich, welche die sofortige Freilassung und Entschädigung von Josef fordert: https://secure.avaaz.org/de/petition/Bundesminister_fuer_Justiz_Dr_Wolfgang_Brandstetter_Free_Josef/?pv=7

Aktuelle Stellungnahme zum Fall Josef!